Hagner-Freymark, Gertraud: Der Stolz - Eine Grundeigenschaft der Menschenseele Vergrößern

Hagner-Freymark, Gertraud: Der Stolz - Eine Grundeigenschaft der Menschenseele

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Psychologische Studie

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Jeder kennt aus engster Erfahrung die außerordentliche Wichtigkeit der Anerkennung und des Ansehens, die einem Menschen in seinem Leben zuteil werden. Das betrifft sowohl die Selbstachtung als auch die Achtung seitens der Mitmenschen und der Öffentlichkeit. Das inständige Bedürfnis nach Anerkennung ist unabhängig von Alter, Stand und Erfolg. Es setzt sich zusammen aus einem angeborenen Willensdrang, aus der seelischen Selbstdefinition und einem Bemessungsstab für das eigene Leben. Diesen Maßstab des Geachtetseins, der Hochschätzung setzt der Einzelne erstens in Vergleich zu seinen eigenen Wertvorstellungen und Erwartungen von sich selbst, zweitens in Vergleich mit der in der Öffentlichkeit herrschenden Wertehierarchie und drittens in Vergleich mit dem gesamtgesellschaftlichen Rangsystem, welches Stellung, Vergütung und Ansehen im Kreis der Mitmenschen verteilt. Dabei vermengen sich fast immer materialistische und idealistische Bewertungskriterien. Der seelische Haushalt eines Menschen wird von diesem inneren Kraftfeld des Stolzes gelenkt. Er ist sozusagen der Lebensnerv. Durch diesen Willen erfährt sich der Mensch als eine Einheit, als ein vollständiges, sich selbst bestimmendes Einzelwesen, das sich im Leben behaupten kann und einen würdigen Platz in der Mitwelt beansprucht. Die Selbstachtung ist außerdem ein Kontrollorgan, das alles mit einem inneren Wertekatalog abgleicht. Sinkt die Anerkennung in der seelischen Innenwelt oder in der äußeren mitmenschlichen Umwelt unter ein erwartetes Mindestmaß, so gibt das Selbstwertgefühl eine dringende Meldung, daß Abhilfe geschaffen werden müßte. Wodurch das geschieht, kann inhaltlich und konkret sehr verschieden sein. Der Seelenstolz ist ein die Geschichte gestaltender Faktor und unser Führer zur Freiheit. Ohne freie Seelenentfaltung ist alles, was den Menschen zum Menschen macht, verloren. Die in sich ruhende Kraft und die bescheidene Selbstsicherheit des Stolzes sind gemeinsam der Garant für ein menschenwürdiges Dasein und eine menschenwürdige Zukunft. 70 Seiten

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